Casa dell'Arte
Rolf Horn:
Der Bildhauer
Kritik von Roberta Fiorini
Rolf Horn: Ein vielseitiger Künstler
Der vielseitige Künstler - der Bildhauer Rolf H o r n -
ist auch Maler und Urheber feiner Aquarelle; der befähigt ist, sich in einer eigenen Welt zu bewegen; in der er die Beziehung zwischen Bild und Abbild - wie auch den Unterschied zwischen der realen Welt und seiner Wunderwelt darzustellen vermag.
Diese, ihm eigene Sensibilität für Farbe und Design spürt man auch in seinen Plastiken, für die er Holz bevorzugt, ein warmes Material und im Besonderen das Holz des Olivenbaumes, den bereits seine Natürlichkeit in chromatische Schwingungen versetzt.
Rolf Horn - inmitten dieser Formgebung - unterstützt wertend das Design der Maserung und transformiert den Kontrast zwischen der Helligkeit und der Dunkelheit in einem geschickten Spiel analytischer Wahrnehmung.
In seinen Themen konjugiert der Künstler das kritische Bewusstsein mit der Konfrontation der erstarrten Formen unserer Gesellschaft und unserer Zeit, indem er die Figuren mit einer Ambivalenz der Deutungen und Interpretationen versieht.
Durch den Realismus der Formgebung bekommen sie in der Tat eine vielgestaltige Auslegung, sodass der Gegenstand nicht mehr eindeutig ist, sondern weitere Themen in sich birgt.
Während die eigentliche Skulptur sich in ihrer Form in ihrem dreidimensionalem Raum befindet, ist sie für Rolf Horn auch dreigesichtig, da sie im eigentlichen Sinn des Werkes eine neue und unvorhersehbare Gestalt enthüllt und folglich eine poetische Wendung erfährt.
So sind im " Anker mit Schlange" die Windungen des Tieres auch die Glieder einer Kette.
In der "Figur des Stieres" mit den schwingenden großen Hörnern ist auch ein weinendes Frauengesicht zu erkennen - ebenso weinend ist auch die Rückansicht des "Herzens", das von einem Dolch durchbohrt wird.
Dies sind scharfsinnige Lösungen, aber zur gleichen Zeit auch erfindungsreiche fantastische Welten, wo die Fähigkeit der Synthese mit der surrealen Ausdrucksfähigkeit korrespondiert, die der Künstler all seinen Werken beimisst.
Formen erscheinen und entwickeln sich in einem Kontinuum unter unseren Blicken und Erinnerungen, wie zum Beispiel die wunderschöne Dynamik mit der sich die Anordnung der "Vier Elemente" auflöst, wo das züngelnde Feuer den Erdplaneten in seinen Händen hält;
Ebenso ist die Poetik der doppelten Gestaltung seiner "Viola dŽAmore", wo das musikalische Instrument in einer menschlichen Figur erscheint.
In der Übereinstimmung mit der Wahrheit, mit der Horn seine eigenen Subjekte versieht, erweist sich nochmals - immer wieder faszinierend - das Wunderbare seiner Ausdruckskraft, welche die Vielfalt multipliziert und den Anspruch des Künstlers unterstreicht, immer tiefer in die scheinbare Wirklichkeit einzudringen; nicht innehaltend deren Anschein - aber auch um uns das Gegenteil dieses Scheines - in seiner symbolischen Bedeutung, zu offenbaren.
Firenze, ottobre 2010
Roberta Fiorini
Roberta Fiorini - Doktor der Kunstgeschichte ist Kritikerin,
Beraterin des Kunstjournales " Ecco dŽarte moderna "
Mitglied der Jury für den " Premio Firenze" und dem "Premio Italia)
Kritik von Roberto Lasciarrea
Florenz, im November 2010
Als ich dem Maestro Rolf Horn begegnet bin, wurde ich augenblicklich durch seine herausragende Persönlichkeit in jene intime Welt eingefangen, in der eine Sensibilität am Rande der Dramatik eines hart und schmerzvollen Erlebten ihre "Narben" hinterlassen hat, die mit der Zeit zwar verblasst, aber nicht ausradiert ist. Dieses ganze Bündel an Lebenserfahrungen teilt Rolf uns aus vollen Händen durch seine Kunst mit.
Die Neugierde, das ist eine weitere seiner Eigenschaften und demzufolge ergeben sich Fragen, Fragen Fragen. Fragen, die er sich selbst stellt, auf die er nicht die einfachsten Antworten zu finden sucht, sind durch die Kunst der Malerei und, was noch schwieriger ist, durch das "Schnitzen" zu übersetzen.
Perfekt eingebunden in die objektive Stütze, wo das Holz als plastischer Untergrund dient, leben seine Skulpturen, jede für sich einmalig, in einem fortwährenden Beben des Wachsens und überschwänglicher Begegnungen.
Das Material, das er für seine Werke bevorzugt, ist das Holz, das Olivenholz, ein Material, das aufgrund seiner Natur lebendig ist.
Das Werk, das wir für wirklich bedeutend halten, ist die "Viola d'Amore", geschaffen eben aus seinem Lieblingsmaterial und die, nur indem man sie betrachtet, uns lebendige Emotionen übermittelt.
Was zählt, ist die Empfindung der sich ausdehnenden Weltlichkeit, die in sich immer dazu neigt, sich nach vorne auszustrecken, neuen Raum zu konzipieren.
Wo befindet sich der Meister während seines Schaffens?
Er befindet sich im Innersten seiner Skulpturen, in ihrem Schaffensprozess, der unaufhaltsam und konstruktiv , keinesfalls in betriebsamer oder berechnender Absicht angelegt ist, sondern in poetischen Kompositionen aus geistigen Bildern, inmitten eines für den sensiblen Rythmus der Klangfarben offenen musikalischen Raumes, reich an solchen Akzenten und Klängen, die spontan aus den Formen in der freien Entfaltung des Lichtes innerhalb des kraftvollen Atems der Natur entspringen.
Es ist jene geliebte Natur, die Rolf sucht und in seiner Oase der Unbeschwertheit des Glückes lebt, umgeben von der Liebe seiner Lebensgefährtin. Sein Antrieb ist ohne Zweifel ein humanistischer Diskurs, gewaltig wie die Tiefe des Unterbewusstseins des Menschen. Die weitreichende und entschiedene Gestik der Bildhauerhand spricht von einem Temperament, das nicht gebremst werden kann, es springt empor, jenseits von Hürden, ohne Einhalt und ohne Meinungsänderung.
In ihm existiert eine genaue Kenntnis einer ausdrucksbetonten und geistigen Detailanalyse, die jedem seiner Werke eine absolute und unverfälschte Eigenart garantiert. Da sieht man geradezu das dunkle Pulsieren der jahrtausendealten Menschheitsgeschichte, es ist dort verborgen im Hinterhalt, bereit sich zu offenbaren, je nach Gefühl und Ergriffenheit, die der Betrachter an den Tag legt.
Diese Werke haben für viele Tage zuvor seine Phantasie in Besitz genommen
und führen demzufolge zu dem unbändigen Wunsch des Künstlers, das freizulegen, was jahrelang dort unten in der Tiefe seiner Seele verborgen war, in jener Ader, die unerreichbar zu sein schien. So befinden wir uns heute vor der Reinheit eben dieses Zustandes, der endlich zu einer begreifbaren Welt geworden ist.
Es ist jetzt an der Zeit, Rolf als Maler zu entdecken.
Wenngleich er der althergebrachten Technik - die der Ernst seines Vorhabens mit sich bringt (impliziert) - treu geblieben ist, hat sich der Künstler in einer völlig eigenen Kompositionskraft weiter entwickelt. Er hat ganz gewöhnliche Sujets lebendig und pulsierend werden lassen, die Lebenselixier erhalten haben, die sich im lyrischen Sinne über den Blickwinkel ihrer eigenen Wirklichkeit hin ausdrücken.
Eine Wirklichkeit voller Nervenkitzel und Träume, Leidenschaften, die die innerste Welt seiner künstlerischen Inspiration bevölkern. An der Basis seiner sinnbildlichen Darstellungen entdecken wir genaueste Inhalte im Hinblick auf die tatsächliche, objektive Wirklichkeit, die fortwährend seine kreative Phantasie anregt.
Die allgemeine Struktur jeder Darstellung ist stets eingebunden in einen malerischen Raum, dessen Ebenen sachkundig hervorgehoben sind durch den konstruktiven Einfluss der farblichen Tiefen. Es ist eine Realität, die die dynamische Erfindung der Naturidee wieder aufgreift, gekennzeichnet durch eine Ausstrahlung an innerer Freiheit. Sie schenkt offenen Überschwang.
Eine Welt an versteckten und überschäumenden Sinneseindrücken offenbart sich, von unerwarteten Erscheinungen, in denen die Empfindung zwischen der Mensch-Natur-Beziehung geschärft ist, wo der Ausdruck mit Eingebung und Gefühl kein Vorrecht aller Künstler ist, sondern nur derer, die Kunstfertigkeit und poetisch-malerische Eingebung besitzen.
Nichts wird dem Zufall überlassen, im Gegenteil, Rolf arbeitet in wohlüberlegter Hinsicht und bringt eine poetische Dosis an Inbrunst zurück in die Welt.
Roberto Lasciarrea
(Ritter des Verdienstordens der Italienischen Republik)
Zur Person des Kritikers:
Roberto Lasciarrea
Geboren in Tripolis (Libyen) 13. Oktober 1946.
Er lebt in Florenz seit 1950.
Als Vermessungstechniker (Geometra) ist er der Direktor der Werft zur Restaurierung der Fresken von Vasari und Zuccari in der Kuppel des Doms zu Florenz " St. Maria del Fiore."
Im Jahre 1992 trat dem Orden der Journalisten bei. Im selben Jahr schloss er sein Studium ab und begann seine Arbeit bei der Zeitung "La Nazione " .
Seit 2001 schreibt er für ein Florentiner Verlagshaus:
Führer Biennale 2008 - 2009 mit dem Titel "1000 Mal Florenz, Florenz Shopping, Florenz ist nicht nur Shopping".
Er arbeitete mit P.F. Lystra die Sammlung von Wörterbüchern,
Verlag Letters: Dictionary of Macchiatili, Wörterbuch von Florenz, Prato Wörterbuch, Wörterbuch der Toskana.
Roberto Lasciarrea arbeitet seit 1997 für das Magazin der Barmherzigkeit "San Sebastian".
Er schreibt über "Reality Toskana.
Sein neuestes Buch "Campane, torri e campanili di Firenze" das er mit Luciano Artusi schrieb wurde 2008 veröffentlicht.
Im Jahr 2004 wurde ihm der Orden "Cavaliere al Merito della Repubblica Italiana" verliehen

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