Casa dell´ Arte
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Marlene H o r n

 

Hinterglasmalerin

 

      

Es gibt stets einen Ort der Phantasie oder Erinnerung, zu dem unser Sinn mit kindlichem Erstaunen zurückkehrt. Es gibt Gefilde der Harmonie, der vollkommenen Landschaften, der strahlenden Himmel und der reinen Farben. Die Werke von Marlene Horn beinhalten dies alles, sie verbinden sich in diesem Anderswo im fröhlichen Rhythmus, im Darstellen von Gärten, Landschaften, Städten und Märchenszenen mit dem Glanz, der zur Welt der Imagination gehört, rein und glücklich.

Gewiss Marlene präsentiert diese Welt nicht in einer utopischen Realität, es ist eine Sehnsucht, sich diesen Bildern zuzuwenden, die voller Zauber, Erfahrung, Erinnerung; denn sie ist in der Lage die Dinge in ihrem Wesen darzustellen, aus einem ganz persönlichen Blickwinkel, märchenhaft.

Wenn die Künstlerin ihre Glastafeln bemalt (Die Oberfläche verändert sich in dem Moment. in dem die Farbe sie ihrer Transparenz beraubt und sie von nun an in ihrem Charakter als Scheidewand fungiert, ebenso wie zwischen dem lch und der Realität ) ist es, als malte sie Luft, oder die Träume der ersten Nacht, die uns im tiefen Schlaf begleiten, und das ohne einer bestimmten Theorie zu folgen, indem sie eine ihr eigene Symbiose mit der Poesie benutzt. Der Inhalt ist eine Gleichwertigkeit von Sicht und Wahrnehmung. München, Florenz, Venedig, die Medici-Villen alles ist mit einer Leichtigkeit geschaffen, wo die Orte ihre geografische Zuordnung verlieren und sie diese in eine phantastische Dimension versetzt.

Marlene Horn schafft dies durch den gekonnten Gebrauch ihrer Malutensilien, indem sie ihre Maltechnik, die sie vortrefflich beherrscht, einsetzt, wohl wissend, dass über all dem, jenseits ihrer Ergebnisse, ihrer Fähigkeiten, es die Sehnsucht gibt, etwas von der Magie und dem Ungesagten zwischen den Worten wahrzunehmen, die am ehesten dem Ort gleicht, wo die Poesie nie die Hoffnung verliert zu existieren.

In einem Buch Hermann Hesses's befindet sich eine gelungene Definition, die Marlene gewidmet sein könnte: " Die Möglichkeit zum Sehen trägt in sich die Heiterkeit, Liebe, Poesie. Derjenige, der zum ersten Male ein Blume pflückt um sie mit sich in die Arbeit zu nehmen hat einen kleinen Schritt in Richtung zur Freude am Leben getan."

In diesem Sinne malt Marlene Märchen, ihre Landschaften überschreiten das Bedürfnis ausdrucksvoll zu sein und gar selbst die künstlerische Zielsetzung, sie versinnbildlichen, wie eine diskrete Erklärung ihre Zugehörigkeit zur bunten Vielfalt der Natur.

Verbunden mit dem Wesentlichen, mit einem unschuldigen Blick beschreibend, nicht nur eine Reinigung oder eine Verfeinerung von Bedeutungen, sondern auch eine Verklärung, wie es schon vor ihrem erzählenden Entwurf war, ausdrucksvoll vom Inhalt und von lyrischer Gestaltung.

Wenn Marlene Horn in diesen Jahren, welche die Zerrissenheit der Welt, wie sie auch die allgemeine Kultur in sich enthält, zu malen beginnt erscheint uns eine Oase der Liebenswürdigkeit mit solchem poetischen Wahrnehmungsvermögen, die sie in ihren Werken erfasst, dass wir ihre Werke schätzen wie Bildnisse, die in sich eine intime Freude verbergen und damit dieses Leben versorgen, denn dies ist das Einzige, was uns vor der Realität rettet.

 

 

NICOLA NUTI

                              ( florentinischer Kritiker )

Florenz 1998

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