Casa dell´ Arte
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Montecatini - 7.September 2013

Einladung zu unserer Ausstellung

Siegerpreis für den Künstler und Art Directo Gino Labate

 

 

 

Einige Bemerkungen zur Skulptur 

 

Das Motiv

Stundenlang suchte ich im Intenet eine Grundform um diese dann, dem Anlass entsprechend zu modifizieren. Das Motiv erscheint mir ideal für meine Skulptur zu sein. Es zeichnet sich aus durch eine Schlichtheit und Eleganz sondergleichen.

 

Es ist erstaunlich, was alles zusammentreffe muß, damit eine solch schöne Skulptur entsteht.

 

Zuerst muß ein Olivenbaum hundert Jahre wachsen,

um diese unglaublich schöne Maserung und die Farben von Hell über alle Schattierunge von Braun bis hin zum Schwarz zu schaffen, dazu muß er brütende Hitze, lange Trockenheit und grimmige Kälte überstehen. Doch wegen einer Olivenholzskulptur fälle ich keinen Baum.

Die Götter würden mich strafen.

 

Gemäß der Legende stammen alle Athener Olivenbäume von dem ersten Baum ab, den die Göttin Athene auf der Akropolis während des Streits mit dem Gott Poseidon wachsen ließ, um die Vorherrschaft über die Stadt zu gewinnen. Wer auch immer einen der heiligen Bäume gefällt hätte, der direkt von dem Baum der Athene abstammte, wäre zum Tode verurteilt worden. Später hingegen wurde er ins Exil verbannt und sein Besitz wurde eingezogen.

 

Im Winter 1984 fielen fast alle Olivenbäume einer grimmigen Kälte zu Opfer.

Sie wurden oberhalb der Erde abgesägt und man hofte auf den Austrieb neuer Stämme.

Einige alte Bäume ließ man stehen, doch sie erholten sich nie. Um den jungen Baum Platz zu schaffen fällte ich die alten Baumstämme..

Sie gaben mir die Möglichkeit sie mittels meiner Skulpturen zu neuem Leben zu erwecken.

 

Dann braucht man die Inspiration durch eine Muse.

In diesem Falle heißt sie Eleonora di Miele.

Allein schon der Name geht einem wie Honig runter.

 

 

Die Erschaffung der Skulptur

Die Verleihung findet statt in der jugendstilschönen Tettuccio Terme. So habe ich mich für eine Jugendstilskulptur entschieden. Da es beim Tanz auch um Musik, Schauspiel, Choreografie etc, geht habe ich mich entschlossen die verschiedenen Kunstformen in einer Jugendstil-Allegorie „ Blumen der Künste“ darzustellen.

 

 

Die Arbeit

ging flott von der Hand, denn weitere Musen besuchten mich in meinen Träumen und ich brauchte nichts anderes zu tun, als ihren Anweiseungen und Ratschlägen zu folgen.

Nache einem Monat war die Skulptur fertig und freut sich auf ihr zukünfigen Besitzer.

Begegnung mit einer Muse

 

 

 

Passi di Talento

 

 

Wie ich Eleonora di Miele traf

und was es für Konsequenzen hat eine schöne Frau kennenzulernen.

 

 

 

 

 

Vorgeschichte

 

Einige Tage vor meiner obligatorischen Geburtstagsausstellung am 22.Dezember lernten Marlene und ich in der Bottega del Cafè in Monsummano bei einem Macchiato ein bezauberndes Ehepaar kennen. Eleonora di Miele ( 31 Jahre jung) und ihren Ehemann den römischen Schauspieler und Regisseur Luca Ferrante (34 Jahre alt).

 

Als sie von Christiano dem liebenswerten Barista ( Barbesitzer ) hörten, dass Marlene und ich eine kleine Ausstellung in dem Café veranstalten waren sie sehr interessiert. Da sie mir auf Anhieb sehr sympathisch waren, lud ich sie ein an unserer Ausstellung teilzunehmen. Leider waren sie verhindert, denn ausgerechnet an diesem Tag veranstalteten sie in ihrer Tanzschule in Monsummano ein Weihnachtsfest für die Kinder, die Ballettschüler und deren Eltern.

 

Im Frühjahr 2013 traf ich sie wieder in der Bottega del Café und sie begrüßten mich sehr freundlich. Sie hatten sich unsere Ausstellung doch noch angesehen und schienen sehr beeindruckt. Eleonara, eine italienische Schönheit ( Die Mutter Loredana ist eine Toskanerin aus Valdarno, der Vater Michele kommt aus der Campagna) machte mir einen großartigen Vorschlag. Leider hatte ich in der Aufregung nicht alles verstanden. Wenn schöne Frauen mir etwas erzählen verstehe ich in der Regle nur die Hälfte. Ich hatte nur soviel verstanden, sie würde in der Tettuccio Terme im berühmten Montecatini im September eine große Gala di Danza veranstalten und ich sollte eine Skulptur schaffen, die sie dann dem Gesamtsieger der Show „ Passi di Talento “ überreichen wollte.

 

Nach den unendlich vielen Enttäuschungen in meinem künstlerischen Leben freute ich mich über die unverhoffte Ehre. Vorerst, um mich selbst zu schützen, nahm ich die Angelegenheit nicht allzu ernst. Die Monate vergingen. Im Juni 2013 hatte ich einen gigantischen Erfolg mit Sabrina Scatizzi im Teatro Verdi in Montecatini und ich dachte nicht mehr an das Angebot der schönen Eleonora.

 

In der Zwischenzeit hatte ich mich im Internet kundig gemacht.

Eleonora war als Tänzerin und Schauspielerin durch das Fernsehen ein großer Star geworden.

Als sie eines Tages einen Film unter der Regie von Luca Ferrante drehte, verliebten sich die beiden ineinander und heirateten. Sie bekamen einen Sohn und leben glücklich in Monsummano. Was ich da so über dieses berühmte Ehepaar erfuhr machte mich doch sehr neugierig. Wäre es nicht herrlich, wenn ein wenig Glanz von diesem glamourösen Paar auf mich abstrahlt?

Wie der Zufall es so will ( ich glaube an Schicksal – nicht an Zufälle ) traf ich Luca im Café. Er wiederholte das Angebot und fragte mich, ob ich tatsächlich bereit wäre eine wirkungsmächtige Olivenholzskulptur für das Event zu schaffen. Geld könnten sie mir leider nicht dafür zahlen.Wie sagte einst mein verstorbener Freund der Tenor Luigi di Laurentiis: Molto onore poco gloria.

 

Wenn schon kein Geld für die viele Mühe, so winke mir und auch Marlene großer Ruhm, denn Eleonora bringt mich groß raus auf ihrer Homepage www.artshowdance.it unter ihrem aktuellen Event „ Passi di Talento“ . Das Tollste an der Geschichte ist, Marlene und ich dürfen während der Gala die ganze Nacht im Tettuccio unsere besten Werke einem illustren Publikum präsentieren. Im Tettuccio auszustellen war schon immer ein schier unerfüllbarer Traum von mir.

 

Eleonora und Luca sind selber Künstler und haben zu tun um über die Runden zu kommen. Sie kennen Freud und Leid der Künstler. Und sie hatten beschlossen mir im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Ich war tief gerührt und sagte aus vollen Herzen zu.

In einem nur fünf Minuten dauernden Gespräch war alles klar.

 

Ein paar Wochen später traf ich Eleonora, Luca und ihren kleinen Sohn Edoardo in der Bottega. Ich hatte zuvor sehr viele wunderschöne Fotos von Eleonora im Internet bestaunt, doch heute war sie ungeschminkt und tausend Mal schöner als auf all den Hochglanzfotos. Trotz ihres Ruhmes in schon ganz jungen Jahren gaben die Beiden sich völlig normal. Ich übrigens auch. Eleonora wollte sich um alles was mich betraf kümmern.

 

 

Ende August hat Eleonora ein großartiges Depliant erstellt und meine Skulptur „ Fiori delle Arti“ wird darin groß präsentiert. Zusätzlich hat Eleonora eine Sonderseite für das Künstlerehepaar Marlene und Rolf Horn eingerichtet, die ich nicht hätte besser gestalten können. In diesem Zusammenhang möchte ich eines klarstellen: Nicht alle Italiener sind unzuverlässig.

 

Was mir auffällt ist, dass es durchwegs die italienischen Frauen sind, auf die man sich verlassen kann. Je größer der Ruhm, desto bescheidener treten sie auf. Große Persönlichkeiten scheinen es offensichtlich nicht nötig zu haben - auf den Putz zu hauen.

 

Die Skulptur war fertig. Mein Freund der begnadete Fotograf Alberto Pluto hat es wieder einmal geschafft meine Skulpturen noch schöner darzustellen als ich sie geschnitzt hatte.

 

Ich bin glücklich in den letzten Jahren viele mir wohlgesonnene Menschen und Künstler kennengelernt zu haben, die mir auf meinem künstlerischen Weg oft uneigennützig helfen.

 

 

Passi di Talento

internationales Event in Tettuccio Terme

 

Am Donnerstag , den 5.September 2013 besuchten wir Eleonora um mit ihr die noch offenen Fragen zu klären. Das war recht aufregend. Sie lebt in einem schönen großen Haus, dass wir vor vielen Jahren schon einmal besucht hatten. Damals lebte eine Chinesin mit Familie darinnen. Die damaligen Bewohner nutzen das große Haus um dort Schuhe Made in Italy für den chinesischen Markt zu produzieren. Unzählige Chinesen arbeiteten dort auf engstem Raum, fleißig wie die Bienen. Irgendwann zogen sie wohl alle nach Prato, denn dort leben abertausend Chinesen und die Straßen und Ortsnamen sind bereits alle in chinesisch. In einigen Jahren werden in der berühmten alten Handwerkerstadt keine Toskaner mehr wohnen und man muss in Zukunft die chinesische Sprache beherrschen, wenn man Bella Italia besucht. Sollte ich noch einmal das berühmte Kastell von Federico II besuchen wollen, so wird das nur mit einem chinesischen Wörterbuch möglich sein.Armes Italien.

Nun war das Haus zu einer Ballettschule umgestaltet worden. Vor dem Haus saß der Großvater und wir plauderten über unsere Liebe zum Holz, denn er war Schreiner und ich bin Bildhauer. Innen ging es zu wie im Bienenschlag. Ganz viele tanzbesessene Kinder und Jugendliche sausten hin und her. Im hinteren Saal sah man einen Tanzlehrer inmitten von 30 Ballettschülerinnen, die alle auf Kommando ihre Körper graziös verrenkten.

 

Eleonora sah uns und freute sich offensichtlich über unseren Besuch.

Sie zeigte uns die Schule und stellte uns ihre Mutter Loredana, die Großmutter und ihren Bruder Leonardo vor. Alles war geordnet, schien aber noch irgendwie im Aufbau zu sein.All die vielen Menschen, Lehrer und Jugendlichen behandelten uns sehr freundlich. Es herrschte eine herzliche familiäre Atmosphäre. Luca, ihr Mann ( Regisseur und Schauspieler) war in Rom. Eleonora fordert uns auf am nächsten Tag an der Pressekonferenz im Tettuccio teilzunehmen. Dort könnten wir mit Renzo dem Patron der Tettuccio Terme alle Probleme hinsichtlich der Präsentation unserer Werke abklären.

 

 

 

 

Montecatini – Tettuccio Terme Freitag, den 6.September 2013

Pressekonferenz

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Foto          von links nach rechts:

Fabio Mordá            Tänzer und Interpret von Michael Jackson

Gino Labate              Ballerino, Art Director

Eleonara                    Muse, Star, Tänzerin, Sängerin, Choreografin

Andrea                       Moderator des Events

Lavelle Smith jr.    Choreograph und Tänzer von Michael Jackson

auf dem Tisch          Skulptur von Rolf Horn „ Fiori delle Arti“

 

 

 

 

 

 

 

Dreamteam

Eleonora di Miele und Gino Labate sind ein Dreamteam

 

Dies ist nur die Meinung eines einfachen Bauern, der ein wenig schnitzt.

 

Dazu möchte ich eine schöne kleine Geschichte erzählen.

 

Auf Geheiß von Eleonora waren wir zum Tettuccio gefahren um an unserer ersten Pressekonferenz teilzunehmen. Das Tettuccio zu beschreiben ist einfach. Es handelt sich um eine Art Tempel, vergleichbar mit der Akropolis in Athen. Ein Ort den Göttern, der Kunst und Gesundheit geweiht. Um gesund zu werden muss man allerdings grausam schmeckendes Wasser trinken.. Es war das erste Mal, dass wir keinen Eintritt zahlen mussten. Wir waren geladenen Gäste. Und dass für das ganze Event Freitag und Samstag. Die ganze Nacht hatte ich mir wundervolle italienischen Worte zurechtgelegt, falls ich interviewt würde. Ich wollte weder Eleonora, noch Marlene noch mich blamieren.

 

Marlene und ich gesellten uns zu einer fröhlichen Runde von Künstlern, Journalisten und Freunden der Eleonora die scheinbar nur auf uns gewartet hatte und neugierig wissen wollten, warum wir da sind. Ich zeigte ihnen meine kleine Skulptur und alle waren begeistert, als sie hörten, dass ich dieses Kunstwerk nur für dieses Event geschaffen hatte.

 

Dann kam Eleonora in einem kurzen Sommerkleid in azurblau, das alle ihre Vorteile ins rechte Licht rückte. Das Fernsehen hatte einen Kameramann und eine bezaubernde Journalistin abkommandiert. Ich unterhielt mich mit der klugen jungen Frau und sie erzählte mir, dass sie Philosophie studiert hatte. Bis zu diesem Moment war ich der Meinung, dass alle im italienischen Fernsehen dumm ohne Ende sind und dass alle Beiträge nur aus Titten und Ärschen und dummen Sprüchen besteht. Wie man sich doch irren kann.

Mittlerweile nehmen offensichtlich Philosophen die Dinge in die Hand.

Die Pressekonferenz wurde von Eleonora eröffnet. Die Leichtigkeit, die Fröhlichkeit und die Natürlichkeit zeigten uns, dass ein Star anwesend war. Sie stellte die Gesprächsteilnehmer vor und vergaß auch nicht Marlene und mich zu erwähnen.

 

Wenden wir uns nun den Protagonisten auf dem Foto zu.

 

Im Zentrum des Geschehens sehen wir einen in sich ruhenden Mann, so um die fünfzig.

Viele kennen und bewundern ihn. Auch er unübersehbar ein Star. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nichts über den Mann. Er heißt Gino Labate.

 

Links neben ihm sitzt Fabio Mordá ein junger Mann aus Calabrien stammend. Vor vielen vielen Jahren wurde er als Knabe von Gino Labate entdeckt. Heute ist Fabio einer der berühmtesten Tänzer der Welt. Berühmt sind seine Auftritte als Michael Jackson Imitator.

Rechts außen , der Mann, der ihm – wie zuvor Michael Jackson und anderen Größen des Showbiz – das Tanzen, die Moovs und Steps beigebracht hat , ist das schwarze Tanzgenie, der Tänzer und Choreograph Lavelle Smith jr. Er kreierte die mittlerweile legendären Tanzschritte, die die Welt nie zuvor gesehen hat. Nun widmet er sich dem jungen Italiener Fabio und führte ihn zu Weltruhm

Vor ihm auf dem Tisch ruht die von mir geschaffene Skulptur „ Fiori delle Arti“

 

Wenden wir uns nun dem Dreamteam zu.

Je näher ich das Bild betrachte, desto tiefer empfinde ich die Einheit zwischen einem Mann und einer Frau, eine Einheit von einer anderen Welt. Eine wunderschöne Frau erklärt ohne Koketterie der Presse ihr Anliegen. Der Mann neben ihr, der eigentliche Star des ganzen Spektakels, hört wohlwollend, zustimmend, hoch konzentriert und in sich gekehrt seiner Muse – unser aller Muse – Eleonore di Miele zu. Gott scheint sich etwas dabei gedacht zu haben, als er diesem wundervollen Wesen diesen honigsüßen Namen verlieh.

Gleich wird Eleonora ihre Ansprache beenden und Gino wird das Wort erhalten. Doch zuvor erteilte Eleonora als Moderatorin der Pressekonferenz Fabio dem Weltstar das Wort.

Fabio sprach kurz und gut, doch Gino nahm ihm sanft das Mikrofon ab und sagte freundlich es sei vergnüglicher ihn tanzen zu sehen. Dann gab er der Presse all die Informationen, damit diese einen ordentlichen Artikel über das Event am morgigen Tag berichten können.

Gino Labate erzählte der Presse mit Charme und Ernst, was wir am Samstag erwarten dürfen. Der Mann hat einen großen Eindruck auf mich gemacht.

Ich musste unbedingt nach der Pressekonferenz mit dem Mann reden. Der Funke zwischen ihm und mir war sofort übergesprungen. Er schien mehr über mich zu wissen, als ich von ihm. Er lobte mich wegen der Schönheit meiner Skulptur. Ich forderte ihn auf, sie in die Hand zu nehmen, die Schönheit der Maserung des Olivenholzes zu bewundern und die Weichheit der Oberfläche zu fühlen. Ich erklärte, dass ich eine Jugendstilform gewählt habe, sie passe perfekt zum Jugendstil der Tettuccio Terme. Während er das Stück Holz in die Hand nahm trat Eleonora zu uns und flüsterte mir etwas ins Ohr. Alle hörten und verstanden sie und alle Umstehenden lachten. Nur ich nicht. Ich hatte wieder einmal nichts, rein gar nichts verstanden. Wie immer halt, wenn eine schöne Frau mit mir redet. So bat ich Eleonara, mir das Ganze noch einem ganz langsam zu wiederholen. Alle waren köstlich amüsiert und warteten gespannt auf meine Reaktion. Mit einem strahlenden Lächeln erklärte Eleonora mir, dass sie dem vor mir stehenden Gino Labate am Samstag meine Skulptur als Ehrenpreis für seine außerordentlichen Verdienste um die italienische Kultur überreichen würde. Ich war gerührt.

Ich liebe kluge Frauen, habe selbst ein solches Exemplar seit 50 Jahren an meiner Seite.

 

Während ich vier, fünf Wochen lang Blut, Schweiß und Tränen bei der Erschaffung der Skulptur vergossen hatte, frage ich mich beim stundenlangen Polieren und Schleifen des Holzes, wer wohl diese schöne Skulptur gewinnen würde. Sie war so schön geworden, dass Marlene sie am liebsten behalten hätte. Ich glaubte, ein junger Künstler auf dem Weg zum Ruhm würde der glückliche Gewinner sein. Nie hätte ich zu hoffen gewagt, dass dieser sympathische Mann in den Besitz meines Kunststückes gelangt.

Ich schaute in die leuchtenden Augen Eleonoras, die wohl schon bei der Auftragsvergabe vor vielen Monaten diese Entscheidung getroffen hatte und dann in die strahlenden Augen von Gino Labate. Marlene war genauso gerührt wie all die Künstler um uns herum. Das war einer der Momente des Glückes für die ich geboren war.

 

Kein Geld der Welt kann diesen Moment ersetzen.

 

Der richtige Künstler hatte für den richtigen Künstler einen Ehrenpreis geschaffen.

Und alle wussten es, nur wieder einmal ich, der das tote Olivenholz wieder zum Leben erweckt, wusste es nicht. Ist das nicht herrlich?

 

Schnell nahm ich meine Skulptur an mich und grinste Gino an:

Noch gehört sie mir für einen Tag. Du musst noch bis morgen warten!

 

 

Das Event

 

 

Und wieder einmal fuhren meine Skulpturen und ich spazieren, um den Menschen die Schönheit des Olivenholzes zu zeigen. Neben mir saß erwartungsfroh Marlene mit drei ihrer wunderschönen Hinterglasbilder. Sie hatte sie extra für dieses Ereignis gemalt. Sie zeigten eine Flamencotänzerin, eine Primaballerina und ein dynamisches Paar die „Modern Dance“ zelebrierten. Ich hatte noch zwei große Aquarelle ( Tettuccio Terme und Funiculare) und ein außerordentlich dekoratives Aquarell „ Pas des Deux “ auf Leinen aufgezogen.

 

Wir durften mit dem Auto direkt bis zur Bühne vorfahren.

Es ist erstaunlich, was man mit Freundlichkeit alles erreichen kann. Renzo der Herr des Tettuccio behandelte mich sehr freundlich, war ich doch ein Freund der Eleonora.

 

Gino, begeistert von meinen Großskulpturen forderte mich auf dies unmittelbare neben der Bühne zu platzieren, damit man sie gut sehen könne. Die Bilder band ich mit einem Bindfaden an die mächtigen Säulen des inneren Tempels. Wir hatten alle Zeit der Welt und die Stars des Abends kamen und bewunderten unsere Arbeiten. Die Fotografen machen ihre Bilder von uns und unseren Werken.

 

Gegen 21 Uhr wurde es ernst.

Kurz vor Beginn kamen Bruno, der gerne spottende Jurist mit seiner bezaubernden Gattin Sigrun unserer ehemaligen Zahnärztin und einem befreundeten deutschen Ehepaar. Ursprünglich war Bruno nur gekommen um unsere Ausstellung zu besuchen und hatte keinen Tisch bestellt.

Nur die Gäste, die einen Tisch bestellt hatten zahlen einen Obolus von 15 Euro. Darin enthalten war die Miete für die Tettuccio Terme, ein Gedeck mit Prosecco, Gebäck und Früchten, der Service des Personales und ebenfalls der Lohn für die Künstler deren Arbeit und Mühe.

Alles zusammen ein lächerlicher Preis.

Alle anderen Gäste und es waren weit über Hundert zahlten nicht einen einzigen Euro für das grandiose Spektakel.

 

In wenigen Sekunden organisierte ich mit Hilfe von Renzo, dem Hausherren einen Tisch für unsere Freunde. Während ich mich in der ersten Reihe der Ehrengäste zu Lavelle und Fabio setzte blieb Marlene bei den deutschen Freunden.

 

 

Eine kleine grimmige Bemerkung kann ich mir nicht verkneifen.

 

Jede Arbeit hat ihren Wert.

Warum nicht auch die Arbeit von Künstlern?

Ist unsere Leistung weniger wert, als die eines Arbeiters, eines Angestellten, eines Akademikers, eines Selbstständigen?

 

Kein Wunder, dass wir Künstler, die Maler, Bildhauer, Tänzer, Sängerinnen nie auf einen grünen Zweig kommen, wenn man Kunst zum Nulltarif anbietet.Molto onore – poco gloria.

 

Allein der Einsatz von Eleonoras Familie ist unglaublich. Ich möchte ihnen meine ganz persönlich Ehrerbietung und Anerkennung hier zum Ausdruck bringen. Wochenlange Vorbereitung, Antransport und Abtransport spät nach Mitternacht. Sie nahmen das gerne für den kurzen Moment des Ruhmes in Kauf. Das Gleiche gilt für alle künstlerisch Beteiligte an diesem Event.

 

Das Spektakel ging los und ein Feuerwerk von Artshowdance prasselte auf uns hernieder.

Nichts gab es auszusetzen. Ich war fassungslos. Wir waren in einem Land, wo Chaos der zweite Name Italiens ist. Wo normalerweise nichts aber auch gar nichts funktioniert.Und nun diese perfekt Show. Ein Höhepunkt nach dem anderen.

 

Dann kündigte der Moderator eine Choreographie von Gino Labate an.

Ich setzte mich aufrecht hin, denn nun ging es zur Sache. Was würde Gino uns präsentieren? Alles was ich vorher sah war großartig. Jeder Tänzer gab sein Bestes. Die Bühne war klein. Die Bühne war eng. Der Boden stöhnte nach jeden Sprung der Tänzer.

 

Eine fremde Musik erklang und zwang die Zuschauer zu Stille und Aufmerksamkeit. Sechs weibliche Wesen aus einer anderen Welt bildeten drei Paare. Jedes Paar hatte seine eigene persönliche Choreographie und trotzdem bildeten sie in ihrer Unterschiedlichkeit eine Einheit. Unterstrichen wurde die Ernsthaftigkeit der Darbietung durch die elegante schwarze extrem anliegende trikothafte Kleidung der außerirdisch schönen Tänzerinnen.

Ich verstehe ja wirklich nichts von Mode und all diesen Accessoire weiblicher Darstellung. Doch das Material schmiegte sich an. Nichts obszönes war zu sehen. Nur das, was ich über alles liebe. Die Erotik. Die Schönheit des weibliche Körpers, die Anmut, die Grazie, die Eleganz. Kein Wunder, dass ich die Weiblichkeit liebe. Ein Geschenk der Götter.All dies präsentiertem Gino´s Nymphen in der von ihm vorgegebenen Ruhe und Ernsthaftigkeit.

Seine Persönlichkeit zeigte sich in jeder Bewegung der Tänzerinnen. Jede Geste und seine Philosophie prägte das Geschehen auf der Bühne. Seine Handschrift war unverkennbar.

Es gelang ihm alle zu fesseln, die da waren. Einfache Menschen, die glaubten nichts von Kultur zu wissen verstanden auf einmal was Kunst und Kultur ist. Selbst der härteste Atheist glaubte in diesem Moment an die Göttlichkeit der Kunst. Und wenn es nur Apollo, der griechische Gott der Künste sei.

Ich schaute kurz hinüber zu meiner in Olivenholz verewigten Terpsychore am Rande der Bühne. Sie schaute sich offensichtlich mit allergrößten Vergnügen Ginos Ballett an.

Sie, die Muse des Tanzes hatte in Gino Lavelle einen Geistesverwandten.

Die Zuschauer waren so in Ginos Bann, das sie vergaßen zu applaudieren

 

Das an und für sich applaudierfreudige Publikum kam zum Schluss voll auf seine Kosten.

Zwei zierliche Künstler, mit denen ich mich ausführlich und angeregt beim Aufhängen der Bilder unterhalten hatte traten nun auf. Er ein graziler Tänzer aus Italien, seine Partnerin eine atemraubende zierliche Spanierin. Jedes Gramm ihres Körper war Kunst pur. Sie gaben einen klassischen spanischen Tanz der Lavelle und Fabio den Weltstar von den Sitzen riss.

 

Unvergessen der Moment als der Tänzer am Ende des „Pas des deux “ seine Carmen durch die Luft warf, sie auffing und nur fünf Zentimeter über dem Boden fest in seinen Armen hielt. Nie war sie sicherer. Atemlos verfolgten wir den Wurf und die Pose. Was dann kam war einer dieser magischen Momente. Gerade noch in scheinbarer Todesgefahr drehte die Ballerina ihren Kopf zu uns und schenkte jedem der Zuschauer ein ganz persönliches strahlendes Lächeln. Ich saß in der ersten Reihe und hatte große Angst um die zierliche Schönheit. Wir alle tobten. Nie zuvor hatten wir live und so nah so etwas erlebt.

 

She is amazing“ stammelte Lavelle Smith jr., der schwarze Choreograph, der Michael Jackson das Tanzen lehrte. Als er sich total verausgabt setzte raunte ich ihm ins Ohr:

. My friend, this is old europe !“ : Er strahlte mich an und sagte: I love it!

 

 

Am Ende der Aufführung wurden die Tänzer für ihre Leistungen belohnt.

Mittlerweile hatte ich auch das Motto „ Passi di Talento“ verstanden.

Es war nicht so, wie ich es verstanden hatte. Dieses Event war nicht für junge Nachwuchskünstler gedacht, die man auf ihren dornigen Weg zum Ruhm begleitet um sie zu ermuntern in ihrem Streben nach Perfektion nicht nachzulassen.

Der Abend war Italien und seinen hervorragenden Tänzern und Choreographen gewidmet.

Eleonora und Gino wollten sich und der Welt zeigen, was für einen kulturellen Reichtum ihr Heimatland zu bieten hat. In diesen Zeiten, wo unsere italienischen Freunde mehr denn je unter einem mir völlig unverständlichen Minderwertigkeitskomplex leiden, zeigen Menschen und Künstler wie Eleonora die Miele und der Tänzer, Choreograph und Art Direktor Gino Labate uns wie herrlich das Leben in Italien ist.

 

Ich bin schrecklich stolz, dass Marlene und ich ein wenig dazu beitragen durften den Abend mit unseren Werken zu verschönern.

 

Zum Schluss wurden die Tänzer und ihre Lehrer mit Auszeichnungen überhäuft. Ein englischer Künstler namens Graham Green hatte für jeden der Sieger eine bezaubernde kleine Skulptur geschaffen. Jeder drückte nun glücklich und zufrieden seinen Preis an die Brust. Die Annahme der Trophäe und der Dank an die Jury und das Publikum, von unserem feurigen Spanier aus Italien allein war ein Show und den Eintrittspreis wert.

 

 

Zu allerletzt kam das Geschenk der Eleonora an ihren neuen deutschen Freund Rolf Horn den Bildhauer, der dem toten Olivenholz neues Leben einhaucht.

 

Sie baute gekonnt eine künstliche Spannung auf, indem sie dem Publikum zuhauchte, dass sie alle nun an einer großen Überraschung teilnehmen dürfen.

Sie erzählte ihnen, dass sie den deutschen Bildhauer Rolf Horn gebeten hatte einen einzigartigen Ehrenpreis zu schaffen, den sie nun ihrem Freund und ihrem künstlerischen Idol dem einzigartigen Menschen und international berühmten Gino Labate überreichen würde. Er, Profi wie Eleonora spielten gekonnt und lustvoll die scheinbare Überraschung.

 

Eleonora bat mich auf die Bühne. Das war ein Leichtes, saß ich doch direkt in der ersten Reihe. Ungeachtet meiner 68 Jahre schwebte ich förmlich in die Arme der Schönen, wurde erst von ihr und dann von Gino geherzt und geküsst.

Wir waren für einen kurzen Moment ein in Herzlichkeit verbundenes Dreamteam.

 

 

Ich war am Ende meiner aufregenden Reise zum Ruhm angelangt. Alles was ich mir erträumt hatte ist wahr geworden. Mehr ist nicht möglich und auch nicht unbedingt erstrebenswert.

 

All die Jahre des Zweifels an der Richtigkeit nach Italien auszuwandern waren verflogen. Ich bin diesem herrlichen, chaotischen Land unendlich dankbar.Vergleichbares hätte ich in Deutschland, dem Land meiner ungeliebten Väter, nie erreicht.

 

Strahlend vor Glück nahm mich Marlene in ihre Arme und bevor ich allzu sentimental wurde, raunzte mir Bruno, der mich seit 2o Jahren mit einem freundlichen Spott begleitet hatte zu:

Rolf! Jetzt ist aber endgültig Schluss mit aller Bescheidenheit. Ab heute Abend bist du ein Star. Das Event geht durch alle Zeitungen und wird im Fernsehen gezeigt.“

 

Auch meine allerliebsten Freunde Andrea und Angela waren gekommen.Sie alle platzten vor Glück und freuten sich mit mir. Ich wurde umringt, jeder wollte etwas von mir, Ich erklärte wieder und wieder den Sinn und das Geheimnis, das meine Skulpturen umweht.

 

Als alle Zuschauer gegangen waren kam der Moment der Ruhe.

Mit Hilfe von Andrea und Angela packten Marlene und ich unsere Werke ins Auto.

Glücklicherweise erinnerte ich mich an das Foto der Siegerskulptur, das Alberto der Fotograf vergrößert hatte. Wir suchten und fanden Eleonora, die umringt von den ewig treuen Freunden und ihrer Familie etwas verloren dastand. Wenn der Ruhm verflogen ist folgt eine merkwürdige Stille. Genau in diesem Moment kam ich und überreichte ihr das schöne Foto. Es war wohl das einzige Geschenk des Abends für diese wunderbare Frau.

Da hatte sie etwas Großes für Italien und Montecatini getan und die Kurstadt, die angibt die berühmteste Terme Italiens zu sein hatte nicht einmal einen Abgesandten geschickt der dieser tollen Frau einen Strauss Blumen überreicht.

 

Das ist das Italien, dass ich leider zur Genüge kenne.

 

Egoistisch, hart und selbstverliebt.

Keine Gefühl für Ehre und Anstand.

 

 

Zum letzten Male kreuzten sich die Wege von Gino und Rolf.Er hatte meine Skulptur wie ein Baby fest an sein Herz gedrückt. Als ich meine Skulptur ein letztes Mal streicheln wollte wehrte er mit gespielter Eifersucht ab und sagte:„Rolf, mein lieber Freund, sie gehört jetzt mir und nur mir allein.“

 

 

Wehmut umwehte uns, den wir ahnten in diesem Augenblick, das wir uns wohl in diesem Leben nicht wiedersehen würden.Freundschaft ist schon ein eigen Ding. Da kannten wir uns erst zwei Tage und würden in herzlicher Freundschaft und Achtung ein Leben lang verbunden bleiben.

 

Gino es war mir eine große Freude und Ehre dich kennengelernt zu haben.

Glück auf Deinen Wegen!

 

Zum Schluss drückte ich Eleonora noch einmal an mein Herz.

 

Dann fuhr ich langsam und behutsam mit unseren kostbaren Werken nach Hause auf unseren Berg, auf unserer Insel der Glückseligkeit.

 

Bis drei Uhr nachts ließen wir diesen einzigartigen Abend Revue passieren.

Marlene bereitet uns einen Spritz (Aperol, Prosecco, Schweppes Tonic Water und eine Scheibe frische Orange). Es war der einzige Schluck Alkohol des Abends, doch auch ohne ihn war ich trunken vor Glück.

 

 

 

Fotos von Eleonora di Miele und Luca Ferrante

Die Hinterglasbilder, die Marlene ausstellt.

Die Skulpturen, die Rolf ausstellt

Die Aquarelle, die Rolf ausstellt

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Marlene und  Rolf Horn
Via delle Piastrelle, 814
I - 51015 Monsummano Terme / Toskana

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