Casa dell´ Arte
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              Galeria Mentana , Florenz                    Piazza Mentana, Lungarno

Unsere erste gemeinsame Ausstellung

 

 

Ich zitere hir Auszüge aus meinem Buch " Ach du armeKunst".

 

 

 

 

Im Jahre des Herrn 1998 fuhren Marlene und ich nach Florenz um Laura Adreani kennenzulernen. Wir waren nicht alleine. Neben mir auf dem Beifahrersitz saß eingeengt ein beleibter kleiner Römer. Es war der fünfzigjährige Tenor Luigi di Laurentiis, der leider mittlerweile droben im Himmel dem lieben Gott sein „ Vincerò“ von Puccini vorsingt..

 

 

Damals, im Mai 1998 war der füllige Römer noch quicklebendig und wies mir in dem tobenden florentinischen Verkehr den Weg zur Piazza Mentana. Was heißt - er wies mir den Weg? Er schrie immer lauter werdend. „Diritto“, denn mein deutscher Fahrstil war nichts für seine italienischen Nerven. Diritto will sagen: Fahr zu – gib Gas – Immer geradeaus – Fahr schneller!

Florenz wäre eine traumhafte Stadt der Künste, hätten sie eine U-Bahn wie München. Zaghaft bauen sie zur Zeit eine Trambahn, die das Ganze noch verschlimmert. Der damalig junge Bürgermeister Renzi, zur Zeit Italiens Regierungschef, hatte die Innenstadt zur Fußgängerzone erklärt. Für den Touristen herrlich, für den Verkehr eine Katastrophe.

 

Luigi war eine Sensation, einzigartig und unvergleichlich. Wir kannten uns nun schon mehrere Jahre und er hatte für unsere Gäste prächtige Arien auf unserer Veranda gesungen, gemeinsam mit seinem Freund dem Bariton Raf Borri, der schon lange verstorben ist und der zierlichen Clara am Piano.

Luigi war, wie wir alle, in Filomena verliebt, einer außergewöhnlichen Italienerin, die wiederum in meine Aquarelle verliebt war. Sie forderte Luigi auf seine Beziehungen zur florentinischen Kultur zu nutzen um mir zu einer großen Ausstellung zu verhelfen. So ließ er seine Beziehungen spielen und nun sollten wir Laura Adreani kennenlernen, die Besitzerin der berühmten Galeria Mentana. Die kleine Piazza Mentana ist nur ein paar Minuten von den Uffizien entfernt, wo die großen Maler der Renaissance zu hause sind. Wir alle hatten uns in Schale geworfen. Ich war gut vorbereitet und hatte zwanzig meiner besten Aquarelle mitgenommen. Ich war guter Dinge und sicher, dass meine Bilder die Galeristin überzeugen würden. Laura erwartete uns bereits und begrüßte Luigi geradezu überschwänglich. Sie kannten sich seit vielen Jahren, denn Luigi war bekannt wie ein bunter Hund. Einst hatte er die überfüllte Piazza Santa Croce mit seiner herrliche Tenorstimme begeistert und viele weitere Konzerte in der Stadt gegeben. Und nun machte er Werbung für mich, den total unbekannten deutschen Maler.

 

 

Während er Laura umgarnte betrachtete ich die Galeristin. Sie war damals ungefähr fünfzig Jahre alt, exquisit gekleidet und eine Dame vom Scheitel bis zur Sohle. Seit dreißig Jahren führte sie die Galerie. Sie hatte, wie alle in der Branche, Literatur studiert, war klug gebildet und vor allem liebenswürdig.

Nun war genug geküsst und geredet und sie wollte meine Bilder sehen. Ich legte meine zwanzig Aquarelle auf den Boden und freute mich, wie sie mit immer größerer Begeisterung jedes einzelne Bild genauestens analysierte. Ich fragte sie, ob meine Bilder gut genug für ihre Galerie seien. Sie schaute mich freundlich an und sagte, es wäre ihr eine große Ehre meine Bilder ausstellen zu dürfen. Das war einer der beglückendsten Momente in meinem Leben. Zum ersten Male war ich etwas wert. Wir alle strahlten um die Wette. Marlene war stolz auf ihren Mann, die Galeristen hatte einen neuen hoffnungsvollen Künstler für ihre Galerie akquiriert und Luigi schmetterte vor lauter Begeisterung „ Vincerò“ aus Puccinis herrlicher Madam Butterfly.

Das war einer der Momente für die man lebt.

 

Nun ging es an die technischen Details. Wann, wie viele Bilder und was kostet das Ganze. Luigi hatte mich gut vorbereitet, denn die Galeria Mentana ist die wohl mit Abstand beste, wenn nicht gar die einzige Galerie für zeitgenössische Kunst in Florenz. Das läge, so Luigi, an der einzigartigen Persönlichkeit seiner Freundin Laura. Allerdings wäre eine Ausstellung bei ihr nicht ganz billig, doch dafür würde sie mir Ruhm ohne Ende bescheren.

Zu jener Zeit hatten wir noch eine kleine Reserve für Notfälle, waren aber finanziell nicht auf Rosen gebettet, hatten Mühe zu überleben. Das erzählte ich Laura, nicht um den Preis zu drücken, sondern der Ehrlichkeit halber. Ich hatte gelernt, dass es nichts bringt wenn man hoch stapelt. Laura kannte die Situation von Künstlern. Sie alle wollten hoch hinaus, doch waren in der Regel arm wie die Kirchenmäuse.

So schlug sie mir vor, mich erst einmal an einer gemeinsamen Ausstellung zu beteiligen. Das wäre erheblich günstiger im Preis. Sicher meinte sie es gut, doch da kam sie bei mir an den Falschen.

 

„Wenn ich eine Ausstellung mache, dann nur ich!“

 

Ruhe herrschte im Raum. Laura und Luigi waren perplex. Gerade waren sie noch der Ansicht, der Deutsche sei ein recht netter Mensch, doch er litt wohl wie alle Künstler an einer unheilbaren Hybris.

Nur meine Marlene konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Sie kannte ihren Rolf. Bescheidenheit war gewiss nicht seine herausragende Tugend. Er war zwar kein Angeber aber mit seinem Selbstbewusstsein konnte es niemand aufnehmen. Es ging ihrem Göttergatten nicht um den Preis. Er war nur nicht bereit den Ruhm mit anderen zu teilen.

Ich selber merkte in diesem Moment, dass ich wohl wieder einmal etwas zu dick aufgetragen hatte. Um die Gemüter zu beruhigen murmelte ich, dass ich mir vorstellen könnte, gemeinsam mit meiner Marlene ein Ausstellung zu machen. Allen plumpste ein Stein vom Herzen. Ich hatte gerade noch die Kurve gekriegt. Wie oft habe ich mir im Leben selbst geschadet, weil ich meine Zunge nicht im Zaume halten konnte. (siehe meine eigen kritische Skulptur: Fliegender Mund mit Interpretation)

Laura meinte kurz und lapidar

 

Euch bekommt man wohl nur im Doppelpack!“

 

 

Lieber Freund,

an dieser Stelle möchte ich dir ein Geheimnis verraten. In den über 50 Jahren gibt es nur zwei Entscheidung, bei denen ich nicht zuvor mit meiner Marlene ausführlich gesprochen hatte. Die erste war, als ich auf die Annonce über das Rustico in der Toskana zuerst mit der Anbieterin des Anwesen in der Toskana gesprochen hatte, bevor ich darüber mit Marlene darüber gesprochen hatte.

Der zweite Fall war dieses Ereignis, wo ich - ohne mit ihr vorher darüber gesprochen zu haben - anbot meine erste große Einzelausstellung, wenn überhaupt, dann nur mit der Hinterglasmalerin Marlene Horn machen würde, die zufällig meine Ehegattin ist.

Du musst wissen, Marlene malt die wohl schönsten und märchenhaftesten Hinterglasbilder, weil man darin ihr liebenswertes und bescheidenes Wesen erkennen kann. Nun gut, sie würde das niemals über sich selbst sagen, doch ich liebe sie und bin somit ein wenig voreingenommen. Doch Ehre wem Ehre gebührt.

 

Zurück zu meinem Vorstellungsgespräch in der Galeria Mentana. Luigi trällerte eine fröhliche Melodie und Laura war sehr angetan von der erfreulichen Entwicklung der Dinge. Sie mochte auf Anhieb meine Marlene und ohne ihre Bilder zu kennen beschloss sie spontan, im Frühjahr 1999 eine große Ausstellung für des Künstlerehepaares Marlene und Rolf Horn zu veranstalten.

Marlene war total überrascht. Darauf war sie nicht vorbereitet. Sie wusste nicht wie ihr geschah. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. dass sie nun zum Mittelpunkt der aufregenden Geschichte geworden war. Laura nahm kurzentschlossen Marlene unter den Arm und lud uns auf einen Kaffee im berühmten Rivoir auf der Piazza Signoria im Schatten des Palazzo Vecchio ein. Das ist ein wahrhaft eindrucksvolles Gebäude, Herrschersitz der Medicis. Darin befindet sich der berühmte „Salone dei cinquecento“, der Saal der Fünfhundert, wo die Medicis ihre berühmten Feste gegeben hatten inmitten der schönsten und prächtigsten Bildern und Skulpturen, jener Blütezeit der Renaissance.

 

Bei meinem Vorstellungsgespräch ahnten Marlene und ich nicht, dass wir dreimal als Ehrengäste der Stadt Florenz in diesen Prachtsaal eingeladen werden um mit den höchsten Preisen ausgezeichnet zu werden die Italien an zeitgenössische, also noch lebende Künstler zu vergeben hat. Nochmals Dank an Luigi. Ohne ihn hätten wir niemals Laura Adreani kennengelernt, die uns bis zum heutigen Tag fördert und unterstützt. Nach dem Café Macchiato im Rivoir gingen wir noch einmal zurück um das Ganze schriftlich zu fixieren. Dabei betrachtet ich mir die wunderschöne Galerie der Laura etwas genauer. Es waren drei miteinander verbundene Räume mit der Möglichkeit bis zu 40 Bildern zu präsentieren. Eine perfekte Lichtinstallation würde Marlenes Hinterglasbilder nur so blitzen lassen. Die Galerie bot mindestens fünfzig Besuchern Platz wobei noch die bezaubernde Piazza Mentana zur Verfügung stand um zu palavern oder ein Glas Prosecco zu schlürfen.

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Marlene und  Rolf Horn
Via delle Piastrelle, 814
I - 51015 Monsummano Terme / Toskana

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