Casa dell´ Arte
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Die 10 Gebote

 

 

 

 

Es gibt Bilder, die man einfach malen muss!

 

Es war schwer genug mich seinerzeit zu einer Ägyptenreise zu bewegen, denn es war mir bewusst, dass dies eine für mich gefährliche Reise in mein Innerstes werden sollte. Und so geschah es dann auch. Während und nach dieser Reise in die ägyptische Vergangenheit und die islamische Realität verlor ich meinen Gott, meine Religion und meine Kirche.

 

Im Februar des Jahres 1987 erklomm ich nachts mit einer Taschenlampe als 43-jähriger Mann den Gipfel des Sinai, auf dem Moses die 10 Gebote erhalten haben sollte. Einige hundert Meter unterhalb des Gipfels verließen mich, wie so oft die Kräfte und ich glaubte sterben zu müssen. Ich schlug Gott ein Geschäft vor, wenn er mich leben ließe, würde ich die 10 Gebote malen, so schien es mir nur möglich ist.

 

Es sollte 17 Jahre dauern, bis ich diese Bilder in meinem Kopfe beieinander hatte. Sie raubten mir oft den Schlaf, denn die Visionen der Bilder war zu dem jeweiligen Zeitpunkt nicht realisierbar.

 

Die Verbindung zu Gott war abgebrochen.

1. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 1. Gebot lautet:

 

Ich bin der Herr, den Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir

 

 

 

Ich zeige den Kosmos, den man sowohl als Kugel und somit universell sehen kann, aber auch als Scheibe. Eine Anspielung auf die katholische Kirche, die sich immer erst dann bewegt hat, als es schon viel zu spät war. Dies gilt bis heute..

 

Im Zentrum des Kosmos ist eine Urkraft, die freundliche goldene Strahlen und tödliche Strahlen in Rot permanent aussendet. Es ist die Sonne, das Symbol Gottes.

 

Diesen Strahlen ist die sich drehende Erde mit ihren 5 Kontinenten permanent ausgesetzt.

Will damit sagen, dass es im Kosmos keinen Winkel gibt, in dem Gott nicht gegenwärtig ist.

 

Im Zentrum wählte ich die Sonne als Symbol, da mehrere Religionen ( Reformator Echnaton, Sohn de Sonne 15500 Jahre vor Jesu) in der Sonne Gott oder zumindest seine Kraft zu erkennen glauben.

 

Als Logo ( im Anfang war das Wort = Logo – das Wort ) wählte ich nicht das katholische Symbol, ein Dreieck mit einem Auge. Das Auge des Horus ( Sohn von Isis und Osiris) hat für mich eine viel kräftigere Aussage. Sowohl vom Inhalt, wenn man sich mit seiner Geschichte befasst wird es bewusst, als auch von seiner unheimlichen, mystischen Wirkung.

Das Auge de Horus auf Pergament gemalt, dient als Hausschutz.

 

Nachdem ich im Zentrum das Auge des Horus als aktuelle, präsente Macht zeige, ihn aber mit seinen Göttern untergehen lasse scheint ein Widerspruch zu bestehen.

Der löst sich auf im Bild selbst indem ich unter der römischen Ziffer I einen blauen Weg für den Wiederaufstieg öffne. Wobei ich mich Sokrates erinnere, der im Phaidon meint dass Seelen nicht vergehen können. Auch nicht die göttliche Seele, die sich vielfältig zeigt.

 

 

Bei den versinkenden Göttern handelt es sich um

die Katzengöttin Bastet,

Horus der Falke mit ober- und unterägyptischer Krone,

Anubis, als Träger des Ank, den Schlüssel des Lebens unter der Maske eines Hundes

Thot, der Gott der Wissenschaften unter der Maske eines Ibis

Sonnengott Re mit der göttlichen Uräusschlange auf dem Kopf, falkenköpfig dargestellt

 

Der Hintergrund ist mystisch, nicht nur schwarz. Er lässt jede Deutung zu.

2. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 2. Gebot lautet:

 

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen

 

 

 

Auf diesem Bild lasse ich die Sonne und den Mond zugleich scheinen.

Die Sonne scheint als göttliche Kraft über Gerechte und Ungerechte.

 

Den Mond, gemalt als Halbmond und somit das Symbol der Mohammedaner, die sich auf den gleichen Gott Abrahams beziehen und in seinem Namen mit Feuer und Schwert die Erde unterjochen wollen. Eingetaucht ist das Schwert in das Blutrot der römischen Ziffer.

 

Mag sein ein Moslem tötet im Namen Allahs, seinem Gott und sieht dies nicht als Missbrauch. Aus meiner persönlichen Sicht ist jeder Mord im Namen welchen Gottes auch immer ein Missbrauch.

 

Somit ist auch der Missbrauch Gottes Namen durch die Christen, allen voran durch die katholische Kirche im Laufe der Jahrtausende aufgezeigt.

Ich erschuf ein Gebilde, das an einen Papst erinnern soll.

 

Als Kopfbedeckung die Tiara, Krone des Papst, die das Himmelsgewölbe deformiert.

 

Der Hals gebildet aus dem Holzkreuz, von dem Jesu abgestiegen ist und mittels eines Kettchenanhänger degradiert nun ohnmächtig in der Luft hängt.

 

Zu seiner Rechten die Macht des Geldes, zur Linken die Waffen mit denen die Welt im Namen Gottes unterjocht wurde.

 

Das Ganze unter dem Mantel der pharisäerhaften Nächstenliebe der Kirche verdeckt. Die purpurne Kirchenfarbe ist klar sarkastisch gemeint.

 

Zu allem Überfluss gleitet ein mittelalterliches Kriegsschiff mit dem Zeichen des Kreuzes über die Weltmeere, Tod und Verderben mit sich bringend.

 

Oben links verweise ich durch ein modernes Flugzeug, das Bomben abwirft auf den aktuellen mörderischen christlichen Kreuzzug, dem Glaubenskrieg des selbsternannten Gotteskrieger Georg W. Bush gegen den Islam

 

Links unten der von der Kirche geweihte Panzer. Er soll die Ungeheuerlichkeit eines von der Kirche geweihten gerechten Krieges aufzeigen. Der sanktionierte Mord ( 7. Gebot: du sollst nicht töten! ) im Namen Gottes, auf den sich garantiert auf der Gegenseite der Feind auch bezieht.

 

Das nenne ich den Namen des Herrn, deines Gottes missbrauchen!

3. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 3. Gebot lautet:

 

Du sollst den Feiertag heiligen

 

 

 

Die Farbe Blau für die römische Ziffer III, also für das dritte Gebot, wählte ich blau, da es sich meiner Meinung um ein positives Gebot handelt. Die rote obere und untere Begrenzung der römischen Ziffer soll aufzeigen, dass man dem ganzen auch mit Skepsis begegnen darf.

 

Alle Gebote haben eine sofort erkennbare Aussage und eine tief dahinter befindliche Botschaft.

 

So sollen auch meine Bilder sein. Freundlich wie Gottes Gebote auf den ersten Blick und dahinter versteckte Absichten und Motive, die ganz und gar nicht göttlich sind.

 

 

Dieses Bild zeigt die Religionen, die sich auf den Gott der 10 Gebote beziehen.

 

In der Mitte der Stern der Juden, den ich aus zwei Pyramiden konstruierte.

Damit zeige ich den Ursprung der Mosaischen Gebote auf, den jeder Besucher eines Pharaonengrabes im Tal der Könige nachlesen kann. Damit es nicht zu leicht gemacht wird in Hieroglyphen

 

Zwei direkte Linien des Judensterns, besser noch die Basislinien der ägyptischen Pyramiden sind sowohl mit der christlichen Kirche, als auch mit den Minaretttürmen der Moschee verbunden

 

Besonders wichtig war mir die Darstellung des Zutritts eines Gläubigen, sowohl in eine christliche als auch eine islamische Kirche. Große breite Wege führen zu den Kirchen des jeweils Andersgläubigen.

 

Der Zugang zu einer Synagoge ist nicht zu erkennen, denn es gibt ihn nicht in meinem Bild.

 

Um den Feiertag „. Am siebenten Tage sollst du ruhen “ zu dokumentieren malte ich sechs Arbeitstage. Am siebenten Tag möge jeder dorthin gehen, wo er seinen Gott huldigen möchte.

 

Zwischen all den Kirchen und Gotteshäusern habe ich einen Platz reserviert, eine grüne Wiese. Sagte nicht Jesu, man könne mit seinem Vater auch auf dem freien Felde sprechen?

4. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 4. Gebot lautet:

 

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren

 

 

 

Die Farbe Blau für die römische Ziffer IV, also für das vierte Gebot, wählte ich blau, da es sich meiner Meinung um ein positives Gebot handelt.

 

Die göttliche Sonne berührt Vater und Mutter ebenso, wie ich es in Ägypten gesehen habe. Dort allerdings verleiht Gott Aton das Ka nur Echnaton, Nofrete seiner Gemahlin und ihren Kindern.

 

Ka bedeutet die göttliche Beseelung

Echnaton bedeutet Sohn des Aton. Sohn Gottes

 

Ich hingegen lasse in diesem Bild alle Menschen an Gottes Gnade teilhaben. Da ich diese Bilder male interpretiere ich sie nach meinen Vorstellungen. Es mag mir nicht jeder zustimmen, doch entweder sind wir alle Gottes Kinder, oder niemand ist Gottes Kind. Es ist mir völlig egal wie, wann und wo Gott in seinen vielen verschieden Gestalten und Erscheinungsformen angebetet wird.

 

 

Für mich steht das Männliche für Zeugung (auch gewalttätig!), Zerstörung und Krieg, also wählte ich die rote Farbe für den Vater. Die rot fordernde Hand kann man liebevoll, aber auch besitzergreifend deuten, für mich ist sie fordernd.

 

Das Weibliche bedeutet für mich Empfängnis, Fruchtbarkeit, Liebe und Frieden. S gab ich der Mutter die golden-gelbe eines friedlichen sonnenüberfluteten Himmels.

 

Die Hand der Mutter, welche die göttliche Beseelung weiterleitet, formt ein umgekehrtes Herz, also eine familiäre Einheit.

Wir sehen in ihren Kindern die gold-gelben friedlichen Farben der Mutter, als auch das kriegerische Rot des Vaters..

 

Das Gebot Vater und Mutter zu ehren erweitere ich in diesem Bild.

Vater und Mutter zu ehren ist mir zu einseitig.

Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Eltern ebenfalls ihre Kinder zu ehren haben. Sie sind die Früchte ihrer Eltern. Sie sind wie sie, gut und böse.

 

5. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 5. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht töten

 

 

Blut kann ich nur in Rot malen und somit wird aus der römischen Ziffer V eine gefährlich scharfe stahlblaue Klinge.

 

Die Sonne ist auch in diesem kaum Bild existent. Sie kann ihre friedliche Strahlkraft nicht entfalten. Sie scheint nur noch tödliche Strahlen in Blutrot auszusenden. So sieht es der Mensch, der nun tötet. Hirn, Willen und Energie sind vernebelt.

 

Um die Ungeheuerlichkeit dieser Tat zu zeigen, lasse ich ein reines Herz gleich doppelt töten. Ich möchte damit zeigen, dass hier mehrere Dinge ausgelöscht werden.

 

Zu erst vernichtet sich der Täter.

In seinem Tötungsrausch ist ihm dies nicht bewusst.

Es ist völlig unerheblich aus welchen Motiven er tötet. In unserer Gesetzgebung wird das Töten von Tyrannen aus edlen Motiven ethisch gerechtfertigt. Doch Mord ist Mord. Das scheint mir das stärkste Argument gegen die Todesstrafe zu sein.

 

Gott, der größte Mörder aller Welten, verbietet kategorisch seinen Kreaturen den Mord. Er zeichnet Kain ( siehe Bibel). Also zeichnet er auch den anonymen Täter meines Bildes

Dieser wird die Last seiner Tat sein irdisches Leben tragen und, dessen bin ich mir sicher darüber hinaus, sei es in der christlichen Hölle oder vielleicht gar im christlichen Himmel, weil Gott ihm vergibt. Er wird diese Last auch in seinen Reinkarnationen tragen, sollten die Buddhisten richtig liegen mit ihrer Philosophie. In dieser Glaubensrichtung kann er in den nächsten Leben seine Schuld abtragen und bedarf nicht der Vergebung einer Institution wie Kirche oder Gott.

 

Unverzeihlich ist das Töten eines Anderen.

Die Tat kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden.

Das Leid dieser Tat kommt nun über Unbeteiligte. Kommt über die Familie des Getöteten.

Die Folgen sind nicht absehbar.

Die einen gehen seelisch zugrunde, die anderen finanziell.

Andere wählen die Blutrache, die Selbstjustiz. Ein Kreislauf des Todes beginnt und nimmt kein Ende mehr. Die roten Strahlen gehen über den Bildrand hinaus.

 

Gott will durch sein Gebot schon den Gedanken des Tötens unterbinden.

Ein vergebliches Verlangen bei den von Gott geschaffenen Menschen ( „ Gespräch mit Gott“)

Gott ist nicht in der Lage das Töten zu unterbinden!

 

Auflösung gibt es nur durch Jesus – in seiner Bergpredigt fordert er alle Menschen, also Opfer und Täter, auf ihren Feinden zu vergeben.

6. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 6. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht ehebrechen

 

 

Die Farben der römischen Ziffern sind männlich rot und weiblich blau.

 

Die Ehe wird durch zwei goldene ineinander verschlungene Ringe gezeigt.

Sie steht unter göttlichen Schutz, sein Symbol die Sonne hält die Hand über sie.

Nochmals der Verweis, dass diese Darstellung aus Alt-Ägypten kommt. Die schönste und poetischste Darstellung göttlicher Gnade, zu sehen bei der Familie Eschnatons mit Gemahlin Nofretete und ihren Kindern.

 

Die Sonne sendet allerdings rote und goldene Strahlen da die Menschen ihre Triebe nicht unter Kontrolle haben. Es werden nun einmal viele Kinder unehelich gezeugt. Unschuldig leben sie mit einem Makel, egal wie „aufgeklärt“ die Gesellschaft ist.

 

Die weltweit geltenden Symbole für den Mann sind ein Ring mit einem Kreuz darauf und das Symbol der Frau ein Ring mit einem Pfeil. Die offizielle Deutung, Begründung ist mir nicht geläufig. Ich wüsste gerne warum Mann und Frau so dargestellt werden.

 

Meine Deutung in diesem Bild ist sehr fortpflanzungsfreundlich.

Das Kreuz des Mannes zeichne ich als Penis in Erektion, indem ich die Spitze des Kreuzes verlängere. Somit kann zu jeder Zeit sein männliches Sperma in eine weibliche Zelle einzudringen um dies zu befruchten. Es bedarf keiner großen Phantasie dies zu erkennen.

Hier handelt es sich um das Aufzeigen der Fortpflanzung ohne moralische Deutung.

 

Diese ergibt sich aus dem munteren Treiben der männlichen und weiblichen Symbole in diesem Bild. Jeder treibt es mit jedem. Der Ehebruch geht sowohl vom Manne als auch der Frau aus. Beim Malen diese Gebotes erinnerte ich mich an den Ausdruck „Rudelbumsen“, der in meiner Zeit als junger Mann ( 1960-1980) sehr geläufig war.

 

Damalige Begründung zum Fremdgehen. „ Jeder solle nach seiner Facon selig werden “

 

Ein makabres Beispiel wie aus der edlen Gesinnung. In der Aufklärung war es revolutionär: Jeder möge glauben was er wolle ohne verfolgt zu werden etwas gemeines wird. Auf einmal werden Vagina und Penis zum Maß der Dinge gemacht.

 

 

Beim Mahlen dieses Bildes und den Erinnerung an meinen Bekannten und Freundeskreises erinnerte ich mich traurig, wie viele Ehen und Freundschaften in meinem Bekanntenkreis kaputtgingen.

7. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 7. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht stehlen

 

 

Die Farbe der römischen Ziffern ist rot. Also, Achtung!

Wer gegen dieses Gebot verstößt befindet sich außerhalb des Gemeinwesens.

 

Den ersten Diebstahl, von dem die Bibel berichtet, beging Eva.

Sie pflückte vom Baum der Erkenntnis, trotz ausdrücklichen göttlichen Verbot einen Apfel.

Die Folgen sind bekannt.

Wir verloren das Paradies und müssen nun befürchten, bei Nichteinhaltung der Gebote auch unsere Heimstatt, die Erde zu verlieren.

 

Was also lag näher, den allerersten Diebstahl zum Motiv zu nehmen.

Es handelt sich um eine besonders heimtückische Art von Diebstahl.

 

Wir haben ein Objekt der Begierde – den Apfel der Erkenntnis.

Wir haben hier einen Besitzer, der nichts abgeben will.

Wir haben einen Verführer – die Schlange.

Wir haben einen Täter, Eva, die sich wider besseres Wissen zum Diebstahl verleiten lässt.

 

Das Objekt der Begierde – der Apfel der Erkenntnis.

Für uns Menschen ist Erkenntnis das höchste aller Güter. Was wären wir ohne Erkenntnis? Farblos, grau und gleich. So malte ich einen goldgelben Apfel mit roten Bäckchen. Diese Farbwahl zeigt goldene Unschuld und rotes, triebhaftes Verlangen.

Das Rot zieht sich wie ein „ roter “ Faden durch alle Bilder.

 

Der Besitzer, der nichts abgeben will ist Gott. Er wird durch die Sonne dargestellt. Sein Besitz als goldener göttlicher Apfel.

Bei einem allgegenwärtigen Gott stellt sich die Frage, ob er diesen Diebstahl inszeniert hat. Die Sonne scheint, greift aber nicht ein, obwohl es ein leichtes wäre. Deshalb die kurzen Strahlen. Für mich ist Gott der eigentliche Verführer. Die Erbsünde ist ein von ihm geschaffenes Instrument ewiger Verdammnis.

 

Verführer ( die Schlange) und die Verführte Eva sind in Personalunion vereint. Sie alle sind Kreaturen Gottes und seinem Willen untertan. Dafür wählte ich eine schlangengleiche Hand, die nicht nur diesen Apfel greift, sonder deren klauenhafte Finger nach noch mehr züngeln. Der Dieb selber ist, wie immer, Täter und Opfer zugleich.

 

Die schwarze, unheimlich in Schwarz gemalte Hand soll zeigen, dass nicht nur Eva eine Diebin ist. Hätte sie den Apfel nicht gestohlen hätte es gewiss Adam getan.

8. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

 

Das 8. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten

 

 

 

Völlig klar, dass dieses Gebot nur blutrote römische Ziffer zulässt.

Es handelt sich um das perfideste, widerlichste, schwerste Verbrechen da es vorsätzlich und im Bewusstsein einer Straftat begangen wird..

 

Um keine Unklarheiten zuzulassen, malte ich die Beteiligten in Schwarz und Weiß.

 

Eine unschuldige Seele, durch eine schneeweiße Feder dargestellt, schwebt scheinbar schwerelos durch die Lüfte. Sie glaubt sich sicher in Gottes Hand .Bei genauerem Hinsehen sieht man mittels eines dünnen Fadens an einer Waage befestigt.

 

Am anderen Ende der Waage befindet sich eine schwarze Hand. Sie soll schwer und massig wirken. Ich lasse sie einen Meineid schwören Hier wird falsch Zeugnis wider einen Nächsten gesprochen.

 

Gott in der Sonne dargestellt, kann nichts, oder will nichts dagegen unternehmen. ER lässt, wie bei allen Geboten, die Straftat zu! Die Strahlen der göttlichen Sonne sind deshalb golden und rot. Die rettenden goldenen Strahlen prallen an einem Teil der roten Ziffern ab.

 

Sowohl das Opfer, als auch der Täter wähnen sich sicher.

Nichts kann das Verbrechen aufhalten.

 

Die besonders dünne Waage und die fast nicht sichtbaren Fäden, an denen die Beteiligten zappeln, sollen die Dünne der menschlichen Gerechtigkeit aufzeigen. Besonders dünn malte ich die Fäden der Waage der Gerechtigkeit. Sie soll aufzeigen, wie schnell der Faden reißen kann, auch für den, der da falsch Zeugnis wider seinen Nächsten redet.

 

Göttliche Hilfe, als auch menschliche Gerechtigkeit schließe ich durch die Darstellung aus.

9. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

 

Das 9. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus

 

Das 9. Gebot und 10. Gebot sind Zusatzgebote zum 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

Hier soll der Strafbestande schon im Ansatz verhindert werden.

 

Hier wird die römische Ziffer IX in Rot dargestellt, da es sich um ein Verbrechen handelt.

 

Die Strahlen der Sonne sind deshalb in Gold und Rot dargestellt.

 

Begehren von Dingen, die einem anderen gehören ist nichts anderes als die geistige Bereitschaft zum Diebstahl. Eine Vorstufe zur Straftat.

 

Somit muss die Hand, die widerrechtlich begehrt die Gleiche sein, die im 7. Gebot bereits die Tat ausführt. Die Heimtücke wird durch das Schleichende, sich Windende eines Schlangenkörpers dargestellt. Sie durchdringt auch die ehernen römischen Lettern.

 

Bei dem gemahlten Haus handelt es sich um das Rustico in dem wir seit 1992 glücklich leben. Es ist ein ungefähr zweihundert Jahre altes Bauernhaus, deren Bewohner zuerst Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht gepflanzt hatten, um sie dann durch Olivenbäume zu ersetzen. Dazu musste das Land urbar gemacht werden und Terrassen mühsam dem steilen Berg abgerungen werden.

Hinter dem Haus stehen zwei Zypressen.

 

Wer also das Haus seines Nächsten begehrt und es widerrechtlich in seinen Besitz bringen will ist ein Unhold. Deshalb lasse ich das Haus in Schwarz versinken, denn für den Besitzer ist es unwiderruflich verloren.

Er weiß es nur noch nicht!

10. Gebot - 2003 - 42 x 56 cm

 

Das 10. Gebot lautet:

 

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat

 

 

 

Das 9. Gebot und 10. Gebot sind Zusatzgebote zum 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.

Hier soll der Strafbestande schon im Ansatz verhindert werden.

 

Hier wird die römische Ziffer X in Rot dargestellt, da es sich um ein Verbrechen handelt.

 

Die Strahlen der Sonne wurden von mir in Gold gemalt, denn ich kann und will es nicht wahrhaben, dass diese Schandtat Erfolg hat.

 

Begehren von Dingen, die einem anderen gehören ist nichts anderes als die geistige Bereitschaft zum Diebstahl.

Somit muss die Hand, die widerrechtlich begehrt die Gleiche sein, die im 7. Gebot bereits die Tat ausführt. Die Heimtücke wird durch das Schleichende, sich Windende eines Schlangenkörpers dargestellt. Sie durchdringt auch die ehernen römischen Lettern.

 

Die göttliche Kraft der Sonne wird durch ein schönes, einfaches Gesicht dargestellt. Es soll Liebe und Unschuld ausstrahlen.

Es scheint nicht logisch, wenn ich im siebten Gebot Evas Diebstahl geißele und hier nun eine Frau göttlich durchdrungen male.

 

Wenn ich religiöse oder esoterische Bilder male, geschieht dies emotional. Die Gefühle sind hier beim Malen mächtiger, als die Logik.

 

Die Gebote Gottes sind auch nicht unbedingt logisch.

 

Die ersten beiden Gebote sind absolut nicht logisch.

Mann kann sie entweder als Drohung empfinden oder gar als vergebliches Flehen Gottes man möge ihn doch weiterhin existieren lassen.

 

 

 

Die Bedrohung kommt von allen Seiten aus dem Nichts. Ausgedrückt durch die blaue Hand von oben und die schwarze Hand von unten.

Weib, Knecht Vieh malte ich einfach und naiv. Alle glauben, ihr Patron, oder gar Gott sorgt für sie und sie fühlen sich sicher wie in Abrahams Schoss.

 

Ein Trugschluss für Jeden, der sich sicher fühlt gegenüber dem Begehren durch seinen Nächsten ihm alles zu nehmen.

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